100 Kilo Schweiß
Zunächst muss ich mich bei meinem alten Freund (ich glaube man kann das erschreckenderweise mittlerweile wirklich so sagen) Martin bedanken. Er war es, der mit seinerzeit auf dem Heimweg von einem nicht erinnernswerten Kinofilm sagte: „Hör dir mal diese Band an, die machen wirklich wertvolle, aufrichtige, authentische und in ihren bunten Klangfarben nicht zu überbietende Musik mit einem aggressiven, aber gerechtfertigtem Schuss herber Sozialkritik.” Oder so. Meine Antwort war damals jedenfalls noch „Die Texte raff ich aber irgendwie nicht. Außerdem hört sich der Sänger komisch an.” Asche über mein Haupt.
Gestern hat sich diese Band mindestens den vierten Platz meiner ewigen Konzert-Bestenliste gesichert. In einer Location, die von der Bierauwahl her sehr nah an das grandiose Pretty Vacant rankommt - es gab unter anderem Reissdorf, sämtliche Becks-(Ab)arten und San Miguel. Davon abgesehen war das Ding relativ klein, dadurch aber auch sehr gemütlich und familiär. Der Vorband hat mich vollends überzeugt, auch wenn ich ihn rein optisch irgendwie recht ulkig finde. Grandios war dann aber der Auftritt von Muff Potter. „Endlich” möchte man sagen! Sehr viel Energie, sehr viel Spielwut, sehr viel Power, sehr viel Schweiß. Es war verdammt stickig in dem Laden, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Alle Songs die gespielt werden mussten wurden gespielt, jeder der umgehauen werden musste wurde umgehauen. Und nach drei verzweifelten Anläufen und einer unheimlichen Begegnung der dritten Art auf den Toiletten des Hauses bekam ich dann sogar noch mein ersehntes T-Shirt in M.
Nicholas Müller spielt heute Abend übrigens im besagten Pretty Vacant. Leider hab ich keine Zeit, aber vielleicht ja jemand anderes - lohnt!